Kubicki und die Kanzlerfrage: Das Private vermittelt den Eindruck, das es nicht erste Wahl ist

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Kubicki und die Kanzlerfrage: Das Private vermittelt den Eindruck, das es nicht erste Wahl ist


TV-Kolumne “Zervakis & Opdenhövel. Reside”: Kubicki und die Kanzlerfrage: “Das Private vermittelt den Eindruck, das es nicht erste Wahl ist”

Die ehemaligen ARD-Profis Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel versuchen sich auf Pro7 an einem eigenen neuen Reside-Format. Sie ist nervös. Er souverän. Das Thema extrem groß. Zum Glück gibt es Politiker wie FDP-Mann Kubicki. Der nämlich sagt einfach mal, was er denkt.

Wolfgang Kubicki sitzt im Taxi mit einem Bürger. Das Format “Road2Vote” bringt Wähler und Politiker im Fond eines Autos zusammen. Der FDP-Mann trägt blaues Sakko und weißes Hemd. Nach einer Zeit bekommt er Starvation und isst an einer Berliner Bude eine Currywurst. “So, und jetzt gehe ich rüber ins Adlon auf die Herrentoilette.” Struggle das jetzt authentisch? Kubicki sagt, er magazine diese unmittelbare Konfrontation mit den Bürgern, weil es spontan “keine vorbereiteten Antworten” gibt. Etwa wenn er gefragt wird, wie er die Kanzlerkandidten findet. Kubicki antwortet: “Das Private vermittelt den Eindruck, das es nicht erste Wahl ist.”Überdies findet er die Regierungpolitik während der Corona-Pandemie und in Afghanistan “planlos”. Besonders schlimm sei, dass Verkehrsminister Scheuer mal eben 600 Millionen Euro verballere und nur sage: Sorry, ich weiß es nicht besser. Oder auch wie Verteidigungsminister Kramp-Karrenbauer die Bundeswehr vernichtet habe. Das ist Klartext! Linda Zerkavis ist nervösDie Premiere des neuen Primetime-Magazins #ZOL hat gute Momente wie den mit Kubicki. Doch die Mischung ist nicht ganz einfach. Kanzlerwahl, Opfer der Flutkatastrophe, ein Bierchen und alberne Spielchen mit Topstar James Blunt. Dazu ist Linda Zerkavis merklich nervös. Sie quasselt etwas viel, lacht hier und da etwas schrill, macht auf Witzchen, wo keines ist, und rettet sich mit leichten Späßchen vom glatten Parkett. Nicht mal den Namen der Sendung bringt sie fehlerfrei heraus. Kurz vor dem Ende der Premiere sagt sie: “Ich bin erleichtert.” Zwei Stunden reside ist die ehemalige Tagesschausprecherin nicht gewohnt.

Matthias Opdenhövel macht das offenbar weniger aus. Im Sport ist vieles reside. Bei kleineren Verlegenheiten hilft Opdi seiner ehemaligen ARD-Kollegin aus der Klemme. Spontanität kann er besser als sie. Am späteren Abend fängt sie sich dann aber doch noch. Je journalistischer die Themen werden desto besser wird Zervakis.Sängerin Aryane Sayeed: “Die Taliban wollten meinen Kopf”Die neue Present startete mit Afghanistan – oder besser mit der dortigen Scenario der Frauen nach der Machtübernahme der Taliban. Die afghanische Sängerin Aryane Sayeed sitzt im Studio. Sie hat ein enges schwarzes Lederkleid an und ist stark geschminkt. Sie ist ein Feindbild der Taliban. Vor ein paar Tagen konnte sie mit ihrem Verlobten per Flugzeug aus Afghanistan fliehen, weil sie einen englischen und er einen kanadischen Move besitzt.

Falls die Taliban sie erwischt hätten, hatte der Verlobte den Auftrag Aryane zu erschießen. “Die Taliban wollten mir den Kopf abschlagen, weil ich ein Idol bin und die Frauen inspiriere. Denn afghanische Frauen sollen keine Stimme haben. Sie sollen Kinder auf die Welt bringen wie eine Maschine.” Vor ihrer Flucht besaß Sayeed eine Luxusboutique in Kabul, ein eigenes Modellabel, hatte gesungen, kurz: eine eigene Karriere.Autorin Düzen Tekkal: “Die Frauen sitzen in der Falle”Fünf Geistliche hatten Aryane Sayeed mit einer Fatwa belegt. Sie würde afghanischen Frauen eine “ketzerische Kultur” vermitteln. 2010 battle Sayeed in ihr Land zurückgekehrt, weil sie dachte, dass dort eine neue Zukunft wartet. Nun ist sie zurück im Exil und sagt: “Ich will die Stimme weiterhin für die Frauen erheben, die keine Stimme mehr haben.”Düzen Tekkal sitzt neben der Sängerin. Sie ist Berichterstatterin mit kurdisch-jesidischen Wurzeln. Sie sagt: “Das Leben einer selbstbestimmten afghanischen Frau ist jetzt nicht mehr möglich. Die Frauen werden degradiert zu Opfern. Sie finden nicht mehr statt. Die Frauen sitzen in Afghanistan in der Falle.” Es werde von Politiker zwar immer von Frauen- und Menschenrechten gesprochen, aber diese Werte würden in Afghanistan nicht eingelöst. Aryane Sayeed ergänzt: “Wir sind wieder am gleichen Punkt wie vor 20 Jahren. Das sind die gleichen Taliban von früher.”Topstar James Blunt trinkt AltbierBevor James Blunt singen darf, muss er kindische Trinkspiele absolvieren. Blunt ist nämlich bekennender Bierliebhaber. Im Wettstreit mit Zervakis soll er Weißbier, Pils und Altbier erkennen. Das ist in etwa so schwer wie Milch, Wasser und Cola zu unterscheiden. Dann geht es für den Engländer darum, einen gefüllten Maßkrug länger als Opdenhövel hochzuhalten. Klar, ein Abend auf Pro7 soll auch unterhalten. Aber es gibt Spielchen mit mehr Niveau.

Zum Schluss wird es noch mal ernst: Verena und Jens Hildebrandt haben in der Flutkatastrophe ihr Heim bei Dangerous Neuenahr verloren. Sie berichten, wie sie die vierjährige Tochter und die Katze griffen und sich oben im Haus verschanzten, als Wasser und Schlamm alles zerstörten. Die Moderatoren fragen nach ihren Wünschen. Jens: “Ich will bloß wieder ein Bier im Garten trinken!” Verena: “Warmes Wasser.” Zervakis antwortet: “Wir wollen euch ein Stück Normalität zurückgeben.” Es gibt ein Geschenk für die Tochter – eine rosafarbenes Kinderzimmer mit Bettchen und Einhorn. Blöd nur, dass es noch keine restaurierte Wohnung gibt.Fazit: Das Moderatorenpaar harmoniert. Die Themenpalette ist sehr groß. Aber noch wollen die einzelnen Elemente nicht richtig zusammenpassen. Am Ablauf ist zu arbeiten. Das Ganze ist vielversprechend, aber geht besser.
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