Bundestagswahl 2021: Bundestagswahl: Dann treten die Kanzlerkandidaten im TV auf | shz.de

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Bundestagswahl 2021: Bundestagswahl: Dann treten die Kanzlerkandidaten im TV auf | shz.de




Der 26. September rückt näher, der Bundestagswahlkampf geht weiter in die heiße Part. Vorher müssen sich die Kanzlerkandidaten in TV-Formaten beweisen. Alle Termine Speak-Reveals und Trielle.

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von Anneke Mayra Petersen und afp
14. September 2021, 20:18 Uhr

Berlin | Premiere in der deutschen Fernsehlandschaft: Im Bundestagswahlkampf liefern sich die Kanzlerkandidaten 2021 erstmals ein TV-Triell. Denn mit Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) bewerben sich drei Kandidaten um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Warum sie für das Amt geeignet sind und welche Argumente sie mitbringen, sollen die Kandidaten unter anderem beim Reside-Schlagabtausch im Fernsehen unter Beweis stellen.
ARD-Wahlarena: Kandidaten stellen sich den Fragen der Bürger
In der ARD-Wahlarena müssen sich die Kanzlerkandidaten über 75 Minuten einzeln den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen. An drei Terminen sendet die ARD dwell aus der Kulturwerft in Lübeck. Die Moderation des Townhall-Codecs übernehmen NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz und WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni. “Politik und Wahlberechtigte treffen direkt aufeinander. Das ist gelebte Demokratie und stärkt die politische Teilhabe”, so Cichowicz.
Den Auftakt macht Annalena Baerbock am 6. September um 20.15 Uhr. Einen Tag später, am 7. September, steht Olaf Scholz den Bürgern Rede und Antwort. Armin Laschet ist am Mittwoch, dem 15. September, in der ARD-Wahlarena zu Gast.

dpa/Kappeler/Kumm/Nietfeld

Wer tritt Angela Merkels Nachfolge an? Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz bewerben sich ums Kanzleramt.

Prosieben: Townhall mit den Kandidaten – ohne Laschet
Auch bei Prosieben wird den Kanzlerkandidaten von Bürgerinnen und Bürgern auf den Zahn gefühlt. Der Privatsender richtet die “ProSieben-Bundestagswahl-Present” aus. Die Moderation übernimmt hier Louis Klamroth.
Am 1. September battle Annalena Baerbock zu Gast bei Prosieben. Das Interview mit Olaf Scholz folgt am Mittwoch, dem 15. September, um 20.15 Uhr. Armin Laschet stellt sich nicht bei Prosieben den Fragen der Bürger. Er hatte dem Sender abgesagt.
Welche Sender strahlen die TV-Trielle aus?
Die Kanzlerkandidaten treten aber auch direkt gegeneinander an: Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF laden auch die privaten Sender RTL und ntv, sowie ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins die Kanzlerkandidaten Laschet, Baerbock und Scholz zu TV-Triellen ein. Damit treffen die Kanzlerkandidaten vor der Bundestagswahl drei Mal im direkten Vergleich aufeinander.
Lesen Sie hier die Sendetermine der TV-Trielle von Laschet, Baerbock und Scholz in chronologischer Reihenfolge:
29. August: Debatten-Begin bei RTL und ntv
Den Begin der TV-Trielle machten RTL und ntv am Sonntag, den 29. August. Eine Einschätzung dazu, wie der erste Schlagabtausch zwischen Baerbock, Laschet und Scholz ausging, gab es von unserem Kollegen Uwe Westdörp.

dpa/RTL

Beim Triell von RTL diskutierten die Kanzlerkandidaten über Themen wie Afghanistan, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit.

Mehr zur Bundestagswahl 2021:
12. September: TV-Triell bei den Öffentlich-Rechtlichen
Die nächste Debatte der Kanzlerkandidaten von CDU, SPD und Grünen folgt bei ARD und ZDF. Am Sonntag, den 12. September, um 20.15 Uhr strahlen die Sender das TV-Triell aus. Unter dem Titel “Das Triell – Dreikampf ums Kanzleramt” sollen die Kandidaten über die wesentlichen Themen des Bundestagswahlkampfs diskutieren.
Moderiert wird das 90-minütige Reside-Format von ZDF-Moderatorin Maybritt Illner und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr. On-line kann die Sendung im jeweiligen Livestream von ARD und ZDF verfolgt werden.
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19. September: Letztes Triell bei ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins
Eine Woche vor der Bundestagswahl kommen Laschet, Scholz und Baerbock am 19. September dann ein letztes Mal zum direkten Schlagabtausch zusammen. ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins zeigen um 20.15 Uhr das finale Triell vor der Bundestagswahl.
Durch das Gespräch führen ProSieben-Moderatorin Linda Zervakis und SAT.1-Moderatorin Claudia von Brauchitsch. Neben den linearen Sendern ist das Triell auch on-line auf den drei Senderseiten, sowie auf dem Youtube-Channel von “Galileo” dwell zu sehen.

dpa/Michael Kappeler

Armin Laschet und Olaf Scholz trafen sich zuletzt bei der “Kanzler-Nacht”, einem Interview-Format von “Bild TV”.

Talkrunden mit allen Spitzenkandidaten
Neben den drei TV-Triellen bei den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern übertragen ARD und ZDF auch Talkrunden mit allen Spitzenkandidaten. Kurz vor der Wahl in einer Schlussrunde des Wahlkampfs und am Wahlabend in der “Berliner Runde”:
23. September: Schlussrunde mit den Spitzenkandidaten
Am Donnerstag, 23. September, senden ARD und ZDF um 22 Uhr noch einmal eine Schlussrunde mit den Spitzenkandidaten aller Parteien für die Bundestagswahl 2021. Die Runde wird moderiert von Tina Hassel (ARD) und Theo Koll (ZDF), Leiterin und Leiter der jeweiligen Hauptstadtstudios.
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26. September: “Berliner Runde” am Wahlabend
Am Wahlabend selbst treffen dann traditionell in der “Berliner Runde” die Spitzenkandidaten aller in den Bundestag gewählten Parteien aufeinander. Um 20.15 Uhr senden ARD und ZDF. Die Moderation übernehmen ARD-Koordinator der Bundestagswahl Rainald Becker und ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

dpa/Ard-Hauptstadtstudio/Tanja Schni

Wie bei der Wahl 2017 leiten auch bei der Bundestagswahl 2021 die Moderatoren Rainald Becker (l) und Peter Frey die “Berliner Runde”.

Wie sind die Chancen der einzelnen Kandidaten?
Die TV-Trielle dienen dazu, die Wählerinnen und Wähler in ihrer Entscheidung zu unterstützen, wessen Partei sie am 26. September wählen. Die Ausgangslage der einzelnen Bewerber ist dabei recht unterschiedlich – das zeigen nicht nur die Umfragen:

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Armin Laschet
Der Unionskandidat Armin Laschet steht unter enormem Druck. Ein Patzer, ein Fehltritt – und die angestrebte Kanzlerschaft könnte sogar in weite Ferne rücken. Denn Zweifel an Laschets Fähigkeiten haben sich längst auch in der eigenen Partei breit gemacht, seine Umfragewerte sind katastrophal. Laschets Downside: Die meisten Leute trauen ihm das Kanzleramt einfach nicht zu. Der Kandidat braucht gute Auftritte, um zumindest einige der Zweifler von sich zu überzeugen.

dpa/Rolf Vennenbernd

Armin Laschet muss immer wieder Kritik einstecken.

Einen Vorteil sehen die CDU-Wahlstrategen darin, dass Laschet als Underdog in den Fernseh-Dreikampf geht. Dem Kandidaten werde ohnehin nicht viel zugetraut – das könne es für ihn einfacher machen, auf constructive Weise zu überraschen. Eines ist der CDU-Führung schmerzlich bewusst: Der Kandidat wird vor der Wahl nicht mehr viele Gelegenheiten bekommen, die Stimmung zu drehen.
Olaf Scholz
Für Olaf Scholz ist die Ausgangslage recht komfortabel: Er liegt in Umfragen zur Kanzlerpräferenz mit deutlichem Abstand vorne, auch für seine Partei geht es in Umfragen bergauf. Nachdem es zwischenzeitlich nach einem Duell zwischen Union und Grünen ausgesehen hatte, scheint es mittlerweile eher auf den Spitzenkampf Union gegen SPD hinauszulaufen. Genau das allerdings könnte für Scholz bei den Triellen Schwierigkeiten bringen: Er muss sich auf scharfe Angriffe von Armin Laschet einstellen, nachdem die Union nunmehr die SPD als zentralen Gegner auserkoren hat.

dpa/Christoph Soeder

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz liegt aktuell in Umfragen vorne.

Grundsätzlich muss Scholz die Debatte nicht scheuen. Verbale Patzer unterlaufen ihm selten, er kennt seine Kernbotschaften in- und auswendig und lässt sich auch von Überraschungsangriffen kaum aufs Glatteis locken. Allerdings muss er in der direkten verbalen Auseinandersetzung mit der Konkurrenz nicht nur Inhalte herunterspulen, sondern auch vertrauenswürdig und sympathisch rüberkommen – für den Politroutinier womöglich die größere Herausforderung.
Annalena Baerbock
Für die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, ist die Ausgangslage denkbar schwierig: Der Höhenflug in den Meinungsumfragen ist gebrochen, die Parteichefin sieht sich mit sinkenden Umfragewerten konfrontiert – sowohl bei ihren persönlichen Werten als auch denen ihrer Partei. Für den Rückgang dürften die Patzer bei ihrem Lebenslauf und die Plagiatsvorwürfe um ihr Buch wichtige Gründe sein. Aber der politische Gegenwind, der den Grünen entgegen bläst, zeigt eben auch, dass nicht jeder ihren Kurs in der Klimapolitik gutheißt.

dpa/Kay Nietfeld

Die Kanzlerkandidatin der Grünen kämpft mit sinkenden Umfragewerten.

Jedoch dürfte es Baerbock bei den Triellen nicht allzu schwer fallen, zumindest bei der Kernanhängerschaft mit klarer Kante in Sachen Klimaschutz zu punkten. Von Laschet kann sie sich da ohnehin leicht abgrenzen – und auch bei Scholz fällt ihr das nicht schwer, seit der sich zu dem – für die Grünen zu späten – Kohleausstieg im Jahr 2038 bekannt hat. Inhaltlich wirkt Baerbock stets intestine vorbereitet, allerdings zeigt sie gelegentlich Unsicherheiten im Auftritt besonders, wenn es gerade mal nicht so rund läuft.



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