Afghanische Fußballerinnen nach Taliban-Machtübernahme in Angst – Ex-Nationalspielerinnen kritisieren die FIFA

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Afghanische Fußballerinnen nach Taliban-Machtübernahme in Angst – Ex-Nationalspielerinnen kritisieren die FIFA



Seit die Taliban in Afghanistan die Macht übernommen haben, ist in dem Land nicht mehr viel wie zuvor – das gilt insbesondere auch für Frauen. Auch Spielerinnen des afghanischen Fußball-Nationalteams fürchten um ihr Leben. Denn Fußball zu spielen, ist nach dem Gesetz der Scharia für Frauen undenkbar. Ein bedeutendes Tor zur Freiheit und für Frauenrechte ist damit am Hindukusch nun wieder geschlossen.
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Khalida Popal (34) baute 2007 das Frauennationalteam mit auf, conflict lange Zeit dessen Kapitänin, bis sie aufgrund von Morddrohungen nach Dänemark flüchtete. Dort gründete sie die Nichtregierungsorganisation (NGO) Woman Energy, über die sie das Workforce mehrere Jahre managte. 2018 machte sie einen Missbrauchsskandal öffentlich, über den der damalige Präsident des Fußballverbandes stürzte. Jetzt rät Popal den Spielerinnen: “Verbrennt eure Trikots oder werdet sie los.“Was zum Image für selbstbewusste Frauen geworden conflict, erscheint heute als Zielscheibe. “Ich habe sie ermutigt, ihre Social-Media-Konten und ihre Fotos zu löschen“, sagte Popal unter anderem der britischen Day by day Mail. Das Fb-Konto des Nationalteams ist längst offline. “Es bricht mir das Herz, weil wir all die Jahre daran gearbeitet haben, die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen und jetzt sage ich all meinen Frauen, sie sollen schweigen und verschwinden. Ihre Leben sind in Gefahr.“

Immerhin konnten bislang mehr als 70 Sportlerinnen, darunter zahlreiche Fußballerinnen mit ihren Familien, rechtzeitig nach Australien ausgeflogen werden. Die Spielergewerkschaft Fifpro hatte sich für eine Rettungsaktion eingesetzt. Kritik gibt es zugleich am Fußball-Weltverband FIFA. “Es gibt keine Möglichkeit, die Menschen zu evakuieren“, sagte die ehemalige afghanische Nationalspielerin Shabnam Ruhin (30) aus Hamburg im Aktuellen Sportstudio des ZDF. “Die Fifa ist viel zu spät wach geworden“, kritisierte sie dort. Ihre Schwester Mariam wird im Sky-Interview deutlich. “Ich habe das Gefühl, dass die FIFA ihre Augen verschließt. Aber die Hilferufe sind laut. Es herrscht Panik und Angst, nicht mehr rauszukommen. Man fühlt sich so hilflos.“

Für Shabnan Ruhin ist die Scenario ein Alptraum. Sie sagt: “Wir sind mit vielen Fußballerinnen in Kontakt, die noch in Kabul sind. Es wird viel geweint am Telefon. Es wird angerufen und geschrieben, bitte holt uns hier raus.“Ruhin trat wie ihre jüngere Schwester Mariam (28) und die ebenfalls in Hamburg lebende Mina Ahmadi (24) 2018 wegen des Missbrauchsskandals aus dem Nationalteam zurück. Der Verband soll versucht haben, die Spielerinnen mundtot zu machen, eigenständige Medienkontakte untersagt haben. So wurden Shabnam und Mariam, deren Eltern 1989 nach Deutschland flohen, zu Menschenrechtsaktivistinnen, anstatt zu kicken. Ähnlich ist es bei Ahmadi. Sie hofft auf FIFA-Hilfe beim Aufbau eines neuen Nationalteams.
Ein FIFA-Sprecher bezeichnete die Scenario in Afghanistan auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) als “sehr besorgniserregend”. Er wies in seiner Stellungnahme Mitte August auch auf den Tod eines ehemaligen Jugendnationalspielers hin, der kurz zuvor beim Versuch, vom Flughafen Kabul zu flüchten, ums Leben gekommen conflict. Die Fifa bleibe in Kontakt mit dem afghanischen Fußballverband und erhalte aktuelle Informationen von Spielern aus dem Land. Man setze sich für die Entwicklung des Fußballs auf der ganzen Welt ein, einschließlich der des Frauenfußballs in Afghanistan.



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